Fussballtradition aus der Skatstadt
Motorherz


500 Kilometer für ein Motor-Spiel

geschrieben von  Interview - Recherche Frank Ludewig / Bericht P. Ihlenfeld /  Sonntag, 12 November 2017 14:41
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Gerd Rosignol (li.) und Klaus Lang (re.) Gerd Rosignol (li.) und Klaus Lang (re.)

Fußballfans, die ihrem Verein zu jedem Spiel folgen, gibt es von der Bundesliga bis in die Kreisklasse. Doch es gibt auch einige Fußballverrückte, die sich nicht auf einen bestimmten Verein festgelegt haben, sondern es sich zur Aufgabe gemacht haben, so viele Stadien und Vereine wie nur möglich zu sehen. Das sogenannte Groundhopping ist mittlerweile zu einer richtigen Sportart geworden. Mehrmals waren schon Fußballfans von weit her zu unseren Spielen angereist. Beim Spitzenspiel gegen Ilmenau hatten wir die Chance, mit zwei von ihnen zu sprechen.

 

Ob Spitzenspiel in der spanischen Liga, ein Zweitligaspiel in Kenia oder das Top-Spiel der Landesklasse 1 – es gibt eine Gruppe von Fußballverrückten in Deutschland, denen kein Spiel zu weit ist. Dabei war auch das Altenburger Stadion schon oft ein beliebtes Ziel für solche Reisen, was mitunter daran liegt, dass die Skatbank-Arena das größte Stadion in Thüringen ist, im Grunde noch in ihrem ursprünglichen Zustand ist und dank des SV Motor Altenburg schon höherklassigen Fußball gesehen hat.

Beim Spiel gegen Germania Ilmenau waren Klaus Lang und Gerd Rossignol in der Skatbank-Arena zu Gast. Die beiden Freunde stammen eigentlich aus der Nähe von Darmstadt und haben über 500 Kilometer auf sich genommen, weil Motor früher unter dem Namen Stahl Altenburg drei Jahre in der DDR-Oberliga gespielt hat. Denn genau das ist das Ziel der beiden Freunde: Einmal jeden Verein sehen, der mindestens ein Jahr höherklassig gespielt hat. Höherklassig ist jedoch ein weit gefasster begriff und so kam es, dass die Ziele von Klaus Lang und Gerd Rossignol nicht nur Bayern München und Borussia Dortmund, sondern auch FC Eisenhüttenstadt, Rheydter SV oder Motor Altenburg hießen.

Beide Freunde kommen aus dem selben Ort und waren auch gemeinsam im lokalen Fußball aktiv. Irgendwann entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse, so viele verschiedene Vereine wie möglich zu sehen. Später haben sie ihr Vorhaben konkretisiert, alle aktuellen und ehemaligen höherklassigen Vereine zu besuchen. Daraus ergab sich eine Liste von 365 Vereinen, von denen nach Fusionen und Auflösungen noch 296 existieren. 188 Vereine haben sie bereits besucht und somit zwei Drittel ihrer Liste abgearbeitet.

Neben den Fußballspielen wollen Klaus Lang und Gerd Rossignol auch immer die jeweiligen Orte genauer kennenlernen. "Leider bleibt gerade bei weiten Tagesfahrten, und die Fahrt nach Altenburg war eine solche, nur wenig Zeit dafür. Immerhin, wir waren beide vom Altenburger Bahnhof zur Skatbank-Arena gelaufen, und sind dabei durch das Altenburger Zentrum gekommen. Dabei konnten wir das mächtige Schloss bewundern, ebenso das Theater gegenüber. Das Zentrum mit den Teichen ist schön gemacht, zu mehr reichte die Zeit leider nicht. Ein Besuch des Inselzoos oder des deutschen Spielkartenmuseums wäre sicher auch interessant geworden. Vielleicht holen wir das ja mal nach…", so Klaus Lang.

Beide sind auch Fans der Deutschen Nationalmannschaft, mit der sie unter anderem schon nach Aserbaidschan gereist sind. Auch wenn es für Gerd Rossignol aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so einfach ist, wollen die beiden Freunde ihre Liste bald vervollständigen. Einen Sieg bekamen die beiden an diesem Nachmittag leider nicht zu sehen, schließlich verlor Motor das Spiel mit 1:2. Wir haben uns dennoch sehr über den Besuch von Klaus Lang und Gerd Rossignol gefreut und wünschen beiden noch viel Spaß beim Vervollständigen der Liste. Natürlich gingen nach Spielende auch noch ein paar Motor-Souvenirs mit auf die weite Heimreise. Vielleicht kommen sie ja nochmal bei einem Motor-Spiel vorbei, dann klappt es bestimmt auch mit einem Sieg.

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